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Computertomographie (CT)

Die Computertomographie ist ein Schnittbildverfahren, das mithilfe von Röntgenstrahlen Schichtaufnahmen des Körpers erstellt. Das Verfahren wurde vom amerikanischen Physiker Allan M. Cormack entwickelt und vom englischen Physiker Godfrey N. Hounsfield in die Medizin eingeführt. Beide Forscher wurden dafür 1972 mit dem Nobelpreis geehrt.

Die CT ist nach dem Röntgen das wichtigste Verfahren in der modernen Diagnostik, ohne das schnelle und umfassende Abklärung bei Polytraumata, Tumorerkrankungen, Schlaganfällen und Blutung nicht möglich wäre.

In unserem Institut verfügen wir  über ein 128 Zeilen MSCT sowie ein 20 Zeilen CT modernster Bauart (Fa. Siemens). Beide CT sind vollausgestattet und für CT-gesteuerte Interventionen ausgerüstet.

Wie funktioniert ein CT?

In der CT „Röhre“ rotiert ein Röntgenstrahler mit hoher Geschwindigkeit und durchstrahlt den Körper, der während der Untersuchung kontinuierlich durch diese Röhre gefahren wird. Währenddessen wird die durch den Körper geschwächte Strahlung mit winzigen Röntgendetektoren aufgefangen und aus den Daten vom Computer ein zweidimensionales Bilder errechnet.  Bei aktuellen Geräten werden viele Detektorenreihen nebeneinander angeordnet, so dass mit einer Röhrenumdrehung viele Bilder bzw. ein Datensatz gewonnen werden, der die betreffende Körperregion als 3D Volumen darstellt. Hierdurch wird nicht nur Strahlung eingespart, sondern durch die sehr kurze Untersuchungszeit die Darstellung des schlagenden Herzens und der Schlagadern ermöglicht. Mit speziellen Computern (Workstations) lassen sich dann dünnschichtige Schnittbilder in jeder Raumrichtung sowie dreidimensionale Bilder erstellen, die eine sehr hohe Auflösung (im Submillimeterbereich) ermöglichen. Ebenso ist durch die Bildverarbeitung eine virtuelle Darmspiegelung (virtuelle Endoskopie) möglich. 

Wieviel Strahlung verursacht ein CT?

Das CT kommt ohne Röntgenstrahlung nicht aus. Die Strahlendosis ist abhängig von der Körperregion sowie dem Körpergewicht. Daher wird die Indikation für diese Untersuchung sehr streng geprüft. Die Strahlendosis hat sich gegenüber den Anfängen der Methode durch die Mehrzeilentechnik und bestimmte Bildberechnungsverfahren (iterative Rekonstruktion) um mehr als 70% reduziert.

Kontrastmittel

Um bei Fragestellungen, die die inneren Organe, die Schlagadern oder das Gehirn betreffen, einen möglichst hohen Kontrast zu erzielen, ist bei vielen Untersuchungen die intravenöse Gabe von Röntgenkontrastmittel erforderlich. Bei vielen Fragestellungen, die den Bauch betreffen, wird Ihnen 1-1/2h vor der Untersuchung verdünntes Kontrastmittel zu Trinken gegeben, das für eine gleichmäßige Kontrastierung des Darmes sorgt. Bei Fragestellungen des Dickdarms kann es erforderlich sein, diesen über einen dünnen Katheter mit Kontrastmittel zu füllen.

Bitte beachten sie jedoch die Besonderheiten für jodhaltiges Kontrastmittel unter Patientenvorbereitung.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Vor jeder Untersuchung überprüft ein fachkundiger Arzt die Indikation bzw. Fragestellung und legt das entsprechende Untersuchungsprotokoll fest. Wenn Kontrastmittel erforderlich ist, legt Ihnen der Arzt oder eine erfahrene MTRA einen i.v. Zugang. Dann werden Sie auf dem CT-Untersuchungstisch gelagert. Für eine CT des Kopfes wird der Kopf in einer entsprechenden Halterung gelagert. Bei Untersuchungen des Brust- und Bauchraumes sowie der Wirbelsäule müssen Sie Ihre Arme über den Kopf legen. Dann erhalten Sie ein Atemkommando und werden gebeten,  für 10-15 Sekunden die Luft anzuhalten. Während der i.v. Kontrastmittelgabe können Sie ein Wärmegefühl sowie gelegentlich einen metallischen Geschmack empfinden. Dies ist völlig unbedenklich und verschwindet nach kurzer Zeit wieder.

Nach der Untersuchung wird Ihnen der i.v. Zugang gezogen. Bitte bedenken Sie, dass  oral oder rektal appliziertes Kontrastmittel eine abführende Wirkung hat.

Da bei einer CT sehr viele Bilder erzeugt werden, nimmt die sorgfältige Befunderstellung gewisse Zeit in Anspruch, so dass nicht in allen Fällen eine unmittelbare Befundmitteilung möglich ist.

CT-gesteuerte Eingriffe (Interventionelle Radiologie)

Aufgrund der oben genannten Eigenheiten führen wir bestimmte Eingriffe unter CT-Kontrolle durch. Dies sind:

  • Punktionen zur Gewebeentnahme bei Tumoren
  • Punktionen zur Flüssigkeitsgewinnung
  • Drainagenanlagen bei Abszessen
  • PEG Anlage (externe Magensonde)
  • Schmerztherapie der Wirbelsäule, der Facettengelenke oder periradikuläre Therapie
  • Thermoablation von Tumoren (Leber, Niere, Lunge)
  • Thermoablation von Osteoidosteomen (gutart. Knochentumore)

Punktionen und Drainagen erfolgen in örtlicher Betäubung beim wachen Patienten und werden z.T.  ambulant oder tagesstationär durchgeführt. Thermoablationen und PEG-Anlagen erfordern eine Narkose.

Vor diesen Eingriffen werden Sie sorgfältig und ausführlich von einem erfahrenen Arzt aufgeklärt und über die jeweiligen Besonderheiten informiert. Allgemeine Inforationen finden sie unter Patientenvorbereitung.