Erster Schritt beim Bau des neuen Herzkatheterlabors am Klinikum war die vollständige und hygienisch einwandfreie Abtrennung der laufenden Labore von der Baustelle. Die Versorgung der Patienten in den bestehenden Laboren geht während der Bauzeit uneingeschränkt weiter, versichern Werkleiter Dr. Holger Otto (links) und Privatdozent Dr. Martin Arnold, Chefarzt der Kardiologie. – Foto: Klinikum
In voraussichtlich zehn Monaten Bauzeit, in denen die Versorgung der Patienten gleichbleibend weitergeht, und mit Gesamtkosten von rund 5 Millionen Euro entsteht auf rund 300 Quadratmetern ein Herzkatheterlabor auf dem Niveau eines OPs. „Das Projekt wird auch mit finanzieller Unterstützung der Regierung von Niederbayern erstellt, wofür wir sehr dankbar sind“, so Werkleiter Dr. Holger Otto. „Mit dieser Baumaßnahme stellen wir sicher, dass Herzpatienten in unserer Region weiterhin so zeitnah wie adäquat behandelt werden und entwickeln gleichzeitig unsere Kardiologie entsprechend der medizinischen Fortschritte weiter.“
„Die Zahl der Eingriffe und Zuweisungen in unserer Kardiologie hat in den letzten drei Jahren stark zugenommen“, erklärt der Chefarzt der Kardiologie, Privatdozent Dr. Martin Arnold. 2023 wurden rund 2300 Eingriffe in den beiden bestehenden Herzkatheterlaboren durchgeführt. Ein Jahr später war der Bedarf bereits auf 3000 Eingriffe pro Jahr angewachsen. Aufgrund der Umstrukturierung in der Krankenhauslandschaft werde der Bedarf noch weiter zunehmen: „Deswegen brauchen wir das dritte Labor, um allen Patienten zeitgerecht die erforderliche Behandlung zukommen lassen zu können.“ Entscheidend ist auch: Das Spektrum an kardiologischen Eingriffen, die in Passau möglich sind, ist durch Dr. Arnolds Expertise gestiegen. Mittlerweile werden nicht nur Eingriffe an den Herzkranzgefäßen, sondern auch Interventionen an der Aorten-, Mitral- und Trikuspidalklappe, und Behandlungen von verschiedenen Herzrhythmusstörungen, sogenannte Ablationen, durchgeführt. „Wir sind inzwischen nach den Universitätskliniken in München das größte Zentrum in Bayern, was die Zahl an interventionellen Mitral- und Trikuspidalklappeneingriffen angeht“, so der Chefarzt.
Die beiden konventionellen Herzkatheterlabore am Klinikum gibt es seit 2011. Zusätzlich kann die Kardiologie auf den Hybrid-OP zurückgreifen. Das neue Labor wird mit aufwendiger Raumlufttechnik ebenso die Hygienestandards eines OPs erfüllen. Verbaut werden zudem ausfallsichere Stromversorgung, spezielle IT, Versorgung mit medizinischen Gasen und das Herzstück eines Herzkatheterlabors, die Herzkatheter-Angiografieanlage zur Bildgebung. Auf weiteren 250 Quadratmetern entstehen Technikzentrale, Versorgungsräume, Einleitungsbereich, Aufwachraum etc. Wenn das dritte Herzkatheterlabor dann zum Jahresende in Betrieb geht, steht die nächste Maßnahme in der Kardiologie am Klinikum an: Die Röntgenanlagen in den zwei älteren Laboren werden ausgetauscht.