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Kliniken & Institute

Kernspintomographie (MRT)

Die Kernspintomographie (syn. Magnet Resonanz Tomographie) ist ein Schnittbildverfahren, das ohne Röntgenstrahlung funktioniert. Das Verfahren wurde durch den britischen Physiker Sir Peter Mansfield und den amerikanischen Chemiker Paul Christian Lauterbur 1984 in die klinische Routine eingeführt, 2003 wurden beide Forscher für Ihre Leistungen mit den Nobelpreis geehrt.

Die MRT hat die moderne Schnittbildgebung nochmals revolutioniert, da sie viel besser als die CT Organe wie das Gehirn, das Rückenmark, die inneren Organe, vor allem aber auch Bandscheiben, Gelenke und Knochenmark darstellen kann. Zudem sind durch Diffusionsbildgebung auch Hirninfarkte kurze Zeit nach ihrem Auftreten erkennbar, bevor Gewebeveränderungen auftreten. Durch MR Spektroskopie können bestimmte Tumor in ihrer chemischen Zusammensetzung ohne Biopsie analysiert werden. Allerdings sind die Messzeiten deutlich länger als im CT und betragen – je nach Untersuchung 15 – 60 Minuten.

In unserem Institut verfügen wir über ein 3 Tesla MRT, ein 1.5 Tesla MRT mit digitaler Spulentechnik sowie ein offenes 1 Tesla MRT, an dem auch MR-gesteuert Interventionen durchgeführt werden.

Wie funktioniert ein MRT?

Die Physik hinter dem MRT ist kompliziert. Vereinfacht dargestellt ist ein MRT ist ein großer röhrenförmiger Magnet, der einen Teil der Wasserstoffatome in unserem Körper in ihrer natürlichen Kreiselbewegung in eine Richtung lenkt. Durch Radiofrequenzimpulse (das sind die Klopfgeräusche während der Untersuchung) werden diese Kreiselbewegungen ausgelenkt. Die Zeit, die die Wasserstoffatome brauchen, um wieder in ihre ursprüngliche Kreiselbewegung zurückzufallen, wird gemessen und durch bestimmte Rechenalgorithmen in Bilddaten umgewandelt.

Kontrastmittel

Bei manchen Untersuchungen wird die Präzision der Diagnose durch  i.v. MR Kontrastmittel erhöht. Hierbei handelt es sich um ein Gadolinium-Chelat und somit um andere Substanz als bei Röntgenkontrastmittel, Unverträglichkeiten sind hier sehr selten. Das von uns verwandte „zyklische“ Kontrastmittel gilt derzeit als sicher im Hinblick auf unerwünschte Nebenwirkungen wie NSF (zystische nephrogene Sklerose), einer sehr seltenen Erkrankung, die in Zusammenhang mit früheren Gadoliniumchelaten steht. Obwohl MR Kontrastmittel über die Nieren ausgeschieden werden, können sie  - anders als Röntgenkontrastmittel - auch bei eingeschränkter Nierenfunktion gegeben werden.

Andere, z.B. leberspezifische Kontrastmittel erhöhen die Erkennbarkeit von Lebermetastasen oder –tumoren, indem sie über die Galle ausgeschieden werden.

Die Entscheidung über Kontrastmittelgabe trifft der Arzt abhängig vom Krankheitsbild bzw. Untersuchungsart (bsp. MR Angiographie). Grundsätzlich wird es jedoch nur dann gegeben, wenn ohne Kontrastmittel die Diagnose nicht gestellt werden kann.

Wie läuft die Untersuchung ab?

Da ein MRT ein sehr starker Magnet ist (1.5 Tesla sind ca. das 50.000-fache des Erdmagnetfeldes), dürfen keine metallischen Gegenstände in den Untersuchungsraum. Unsere MTRA fragen Sie nach metallischen Implantaten wie Metallplatten, Herzschrittmachern etc. (s.u.) Sie müssen also Schmuck, Schlüssel, Kreditkarten, Kleidungsstücke mit Metall etc. in der Umkleidekabine ablegen und erhalten einen Kittel, in dem Sie in den MR Raum geführt werden. Die zu untersuchende Körperregion wird in sog. Spulen gelagert, die zu einer höheren Bildauflösung beitragen. Dann werden Sie auf dem MR-Tisch in den Scanner gefahren und dürfen sich dort nicht bewegen, bis die Untersuchung beendet ist. Ein Kopfhörer schützt Sie vor den Klopfgeräuschen (s.o.).  Um sich bei der MTRA evtl. bemerkbar zu machen, erhalten Sie eine Handklingel.

Haben Sie Platzangst?

Die 1.5 und 3 Tesla MRT sind geschlossene Röhren mit einem Durchmesser zwischen 60 und 70 cm. Das 1 Tesla MRT ist zu allen Seiten offen. Für die meisten Patienten stellt dies kein Problem dar. Leiden Sie jedoch unter Platzangst, teilen Sie dies bitte schon bei der Terminvereinbarung mit und bringen eine Begleitperson mit. Sie werden dann vor der Untersuchung ein leichtes Beruhigungsmittel erhalten, das in den meisten Fällen ausreicht. Allerdings dürfen Sie danach nicht selber Auto fahren.

Bei sehr starker Platzangst sowie bei Kindern besteht die Möglichkeit, die Untersuchung mit Anästhesiebegleitung durchzuführen. Dies muss jedoch zuvor geplant werden.

Tragen Sie einen Herzschrittmacher oder einen Port?

Mit einem Schrittmacher darf man nicht in ein MRT, da dies zu gefährlichen Rhythmusstörungen und Verbrennungen führen kann. Bitte klären Sie vor der Terminierung mit Ihrem Arzt, ob Ihr Schrittmacher MR-tauglich ist. Ist dies der Fall, muss der Schrittmacher vor und nach der Untersuchung von einem kardiologischen Spezialisten umprogrammiert werden. Der Kardiologe wird Sie dann auch während der MRT überwachen. 

Die neueren Portsysteme sind in der Regel MR-kompatibel. Bitte bringen Sie jedoch unbedingt den Implantatausweis mit, um dies vor der Untersuchung zu prüfen.

Schwangerschaft

Bitte teilen Sie uns unbedingt mit, wenn die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht. Das MRT ist zwar unbedenklich im Hinblick auf das Magnetfeld, jedoch können die Radiofrequenzimpulse zu einer Erwärmung der Kindes insbesondere im 1. Schwangerschaftsdrittel führen, sodass die Untersuchung nur nach strenger Indikationsprüfung erfolgen kann.