Das Team um Chefarzt Prof. Dr. Tobias Freilinger (3.v.r.) freut sich über die bestandene Rezertifizierung der „Stroke Unit“. Auf dem Foto (v.l.) Benedikt Pößnecker vom Qualitätsmanagement des Klinikums, Helmut Freund von der Pflegedienstleitung, Lisa Gartner, oberärztliche Leiterin der Stroke Unit, pflegerische Stationsleitung Bettina Stocker und Kerstin Biereder (Sekretariat und Studienassistenz Stroke Unit). – Foto: Klinikum
Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem es keine Zeit zu verlieren gilt: In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall – damit sie keine schwerwiegenden Folgeschäden davontragen, ist es wichtig, dass sie so schnell wie möglich medizinisch versorgt werden. „Jede Minute zählt“, betont Prof. Dr. Tobias Freilinger, der Chefarzt der Neurologie am Klinikum Passau. Anders formuliert: „time is brain“ – zu Deutsch: „Zeit ist Gehirn.“ Denn pro Minute können bei einem verstopften Hirngefäß etwa zwei Millionen Nervenzellen unwiederbringlich verloren gehen.
Zur Abteilung von Prof. Freilinger gehört auch die „Stroke Unit“, in der das gesamte Spektrum der Schlaganfall-Akutbehandlung vorgehalten wird. Dies umfasst neben der medikamentösen Auflösung des ursächlichen Gerinnsels (systemische intravenöse Lyse-Therapie) auch eine rund um die Uhr mögliche Katheter-gestützte Behandlung (neuroradiologische Thrombektomie).
Die Versorgung der Patienten erfolgt interprofessionell und interdisziplinär: In dieser Spezialeinheit arbeitet ein Team von Ärztinnen und Ärzten der Neurologie gemeinsam mit engagierten und speziell geschulten Pflegekräften, Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden sowie Neuropsychologen zusammen. „In der Stroke Unit steht Teamarbeit ganz oben“, sagt Lisa Gartner, die oberärztliche Leiterin der Schlaganfall-Einheit.
Nun wurde die Abteilung erneut nach den Kriterien der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft als „Überregionale Stroke unit“ zertifiziert, was den hohen Stellenwert des Zentrums in der Region und darüber hinaus unterstreicht. Alle drei Jahre wird dieses Siegel von externen Auditoren überprüft –2026 war dies nun wieder Fall. Unterstützt durch das Qualitätsmanagement des Klinikums wurden im Vorfeld die Patientenfälle, Abläufe und Strukturen der Station sorgfältig analysiert und bei einem Vor-Ort-Termin von zwei Gutachtern detailliert geprüft – mit dem Ergebnis: erfolgreich bestanden. „Darauf sind wir sehr stolz – das bescheinigt uns eine Schlaganfallversorgung auf höchstem Niveau“, freut sich Prof. Freilinger. Und: 2026 wurde die Zahl der Zahl der zertifizierten Überwachungsbetten von bisher acht auf nun neun erhöht, was dem hohen Bedarf noch besser gerecht wird.