Freude über die Erstzertifizierung für den Weaning-Prozess bei: (v.l.) Fabian Forst (Stationsleiter Operative Intensivstation), Daniela Gibis (stellvertretende Stationsleiterin Herzchirurgische Intensivstation), Dr. Christoph Fiegl, Leitender Oberarzt und Facharzt für Anästhesiologie, und Oberarzt Clemens Reiter. Foto: Klinikum
Zum ersten Mal hat das Team der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin unter der Leitung von Chefarzt Privatdozent Dr. Thorsten Smul am Klinikum Passau ein Zertifikat für Qualität beim Beatmungs-Weaning erhalten. Unter „Weaning“ versteht man die Entwöhnung von Patientinnen und Patienten von der maschinellen Beatmung. „Unser intensivmedizinisches Team leistet hervorragende Arbeit, was diese externe Qualitätsprüfung nochmals deutlich macht“, so Werkleiter Dr. Holger Otto.
Ein Teil der Patienten auf Intensivstationen muss invasiv, also künstlich beatmet werden. Grund dafür sind beispielsweise schwere Lungenerkrankungen. Das geschieht über einen dünnen Schlauch oder bei längerem Bedarf über eine Kanüle in der Luftröhre. Doch die Beatmung birgt Risiken, die steigen, je länger sie andauert, erklärt Dr. Christoph Fiegl, der als Leitender Oberarzt und Facharzt für Anästhesiologie zusammen mit Oberarzt Clemens Reiter, Facharzt für Anästhesiologie, die Zertifizierung vorbereitet und durchgeführt hat. „Wegen dieser Risiken ist es unser Ziel im Sinne der Patienten, diese möglichst schnell wieder vom Respirator, der Beatmungsmaschine, zu entwöhnen“, so Dr. Fiegl. Voraussetzungen dafür seien, dass der Patient wach ist und ohne Sedierung auskommt. Mitunter brauche es für das Weaning mehrere Anläufe, die nach einem erprobten Algorithmus durchgeführt werden. Dabei unterstützt ein Team mit speziell geschulten Pflegekräften sowie begleitender Atmungs-, Physio-, Logo- und Ergotherapie. Dass dieser Prozess theoretisch wie auch praktisch funktioniert und gelebt wird, bestätigt nun die Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI).