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Kliniken & Institute

Interventionelle Neuroradiologie (IR)

Die Interventionelle Neuroradiologie steht für die bildgesteuerten, minimal-invasiven Verfahren der Gefäßmedizin zur Diagnostik von Gefäßerkrankungen des Gehirns und Rückenmarks, zur Wiedereröffnung verschlossener Hals- und Hirnschlagadern bei einem Schlaganfall sowie Wiedereröffnung der hirnzuführenden Gefäße zur Vermeidung eines Schlaganfalls.

Schlaganfallbehandlung

Ein Schlaganfall kann mehrere Ursachen haben. Eine davon ist die Verstopfung der Hals- und Hirnschlagadern durch Blutgerinnsel oder der plötzliche Verschluss einer zuvor bestehenden Enge. Da das Gehirn ein sehr empfindliches Organ ist und durch Mangeldurchblutung dauerhafte Schäden entstehen können, hat die sofortige und umfassende Abklärung der Ursache höchste Priorität.

Wen  ein Schlaganfall vermutet wird, informieren unsere neurologischen Kollegen uns schon vor dem Eintreffen des Patienten, damit ohne Zeitverlust ein CT der Gehirns, meistens auch eine CT Angiographie durchgeführt werden kann. Dies erfolgt zu jeder Tages- und Nachtzeit 365 Tage im Jahr. Wenn sich als Ursache des Schlaganfalls die Verstopfung der Hals- oder Hirnschlagadern herausstellt, wird an Ort und Stelle entschieden, ob eine kathetergesteuerte Wiedereröffnung möglich ist.

Dieser Eingriff erfolgt unmittelbar nach Diagnosestellung in Narkose in der Neuroangiographie. Über die Punktion der Leistenschlagader werden die Hals- und Gehirnschlagadern angiographisch dargestellt. Das Blutgerinnsel wird geortet und mit speziellen Absaugkathetern und mit sog. Stentretrievern (ein Drahtsystem, in dem sich das Gerinnsel verfängt) über die Leiste entfernt. Wenn zusätzlich hochgradige Engstellen bestehen, die zu einem erneuten Schlaganfall führen können, werden diese durch Aufdehnung und ggf.  Einsetzen eines Stents behoben. Die weitere Nachsorge erfolgt anschließend über die Intensivstation bzw. Stroke Unit.

Dieses Katheterverfahren hat die moderne Schlaganfallbehandlung revolutioniert, da in Fällen, die sonst tödlich verlaufen oder zu schwersten Behinderungen führen würden, eine deutliche Verbesserung der Heilungschancen, teilweise sogar eine vollständige Genesung erreicht werden kann. 

Wiedereröffnung der hirnzuführenden Gefäße

Werden im Rahmen hausärztlicher, gefäßchirurgischer oder neurologischer Untersuchungen Engstellen im Bereich der Halsschlagadern oder der Hirngefäße festgestellt, besteht die Möglichkeit, diese mit den o.g. Katheterverfahren durch Aufdehnen und ggf. Stentimplantation zu beheben. Die Entscheidung hierüber wird interdisziplinär im Angioforum getroffen. Die Eingriffe der Hirngefäße erfolgen meistens in Narkose. 

Zerebrale und spinale Angiographie

Trotz moderner Diagnoseverfahren durch CT und MRT lassen sich nicht aller Gefäßerkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks und der Hirnhäute ausreihend sicher feststellen. Dies betrifft insbesondere entzündliche oder immunologische Erkrankungen des Gefäßsystems sowie Kontrollen nach intrakraniellen Stnts. In diesen Fällen erfolgte eine selektive, hochauflösende Kathteterangiographie über die Leiste.