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PET/CT – Indikationen und Kostenerstattung

Am Klinikum Passau wird seit mehreren Jahren ein PET/CT (Siemens Biograph 40) betrieben.

Wir möchten Sie im Folgenden kurz über das Verfahren, aktuelle Indikationen und Abrechnungsmöglichkeiten informieren. 

Die PET (Positronen-Emissions-Tomographie) ist ein nichtinvasives diagnostisches Verfahren, das geeignet ist, mittels kurzlebiger Radioisotope metabolische Prozesse abzubilden. Dieses Verfahren findet weltweit seit mehr als 20 Jahren Einsatz in der klinischen Routine.

Im Gegensatz zu den klassischen bildgebenden Verfahren, bei denen Informationen über die anatomische Struktur und die Lokalisation von Läsionen erhoben werden, kann die PET komplementär dazu Funktion, Metabolismus und biochemische Prozesse der Organe charakterisieren. Wegen ihres verstärkten Glukosemetabolismus wird bei malignen Tumoren in der Regel, aber nicht ausschließlich, das Glukoseanalogon FDG als Tracer eingesetzt. Die von dem Zerfall des radioaktiven Tracers freigesetzten Positronen werden von einem PET-Scanner entdeckt und in ein Bild umgewandelt. Die Befundung ergibt sich aus dem Vergleich zwischen der Aktivität eines bestimmten Areals verglichen mit der Aktivität aus dem umliegenden „normalen“ Gewebe.

Eine technische Weiterentwicklung stellt die PET/CT dar, eine Integration von PET und CT in einem Untersuchungsgerät. Hier wird der Patient in einem Untersuchungsgang durch die beiden Detektorringe von CT und PET gefahren. Die entstehenden Bilder werden später im Computer fusioniert, wobei die CT-Information meist in Graustufen abgebildet und von der PET-Information dann farbig überlagert wird. Mit dieser Methode wird die hohe Auflösung der CT (ca. < 1 mm) mit den Stoffwechsel-Informationen der PET verknüpft.

Die Abrechnungssituation stellt sich derzeit wie folgt dar:

  • Durch private Krankenversicherungen und Beihilfestellen werden die Kosten für eine PET-Untersuchung nach unserer Erfahrung in der Regel problemlos erstattet
  • Der Gemeinsame Bundesausschuss hat in seinem Beschluss folgende Indikationen für PET zugelassen:
  • Bestimmung des Tumorstadiums von primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen.
  • Nachweis von Rezidiven (bei begründetem Verdacht) bei primären nichtkleinzelligen Lungenkarzinomen.
  • Bestimmung des Tumorstadiums von kleinzelligen Lungenkarzinomen einschließlich der Detektion von Fernmetastasen, es sei denn, dass vor der PET-Diagnostik ein kurativer Therapieansatz nicht mehr möglich erscheint.
  • Nachweis eines Rezidivs bei primär kurativ behandelten Patienten bei begründetem Verdacht, wenn durch andere bildgebende Verfahren ein lokales oder systemisches Rezidiv nicht gesichert oder nicht ausgeschlossen werden konnte.
  • Entscheidung über die Bestrahlung von mittels CT dargestellten Resttumoren eines Hodgkin-Lymphoms mit einem Durchmesser von >2,5 cm nach bereits erfolgter Chemotherapie

(Bundesanzeiger Nr. 192 (S. 4505) vom 21.12.2011)

 

Entsprechend darf die PET für diese Indikationen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung als vertragsärztliche Leistung erbracht werden.

Für alle übrigen Indikationen können oftmals nach Rücksprache mit uns Wege gefunden werden, so dass auch für diese Patienten eine weitgehend kostendeckende Erstattung erzielt wird. Leider schließen einzelne Krankenkassen diesen Weg kategorisch aus, so dass wir uns dazu gezwungen sehen, den bei diesen Krankenkassen versicherten Patienten die Untersuchung zu verwehren.

Im Einzelfall stehen wir gerne zur Diskussion bezüglich der Indikationsstellung und der passenden Abrechnungsmodalität zur Verfügung.