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Kliniken & Institute

Schmerztagesklinik

Chronische Schmerzen haben im Gegensatz zu akuten Schmerzen ihre wichtige Funktion als Warnsignal im Körper verloren und sich zu einer eigenständigen Erkrankung entwickelt. Sie beeinflussen in der Regel schnell das gesamte Leben der Betroffenen: Neben den belastenden körperlichen Einschränkungen hat der Schmerz oft Auswirkungen auf die private und berufliche Situation, auf das seelische Befinden. Umgekehrt können auch soziale oder seelische Belastungen das körperliche Befinden der Betroffenen mit beeinflussen.

Der multimodalen Schmerztherapie liegt deshalb ein ganzheitliches Schmerzverständnis zugrunde, das neben den körperlichen Beschwerden auch die Psyche und das soziale Umfeld des Patienten mit einbezieht, das BioPsychoSoziale Krankheitsmodell:

Eine chronische Erkrankung besteht aus einem mehrdimensionalen Geschehen mit somatischen, also körperlichen Anteilen, aber auch psychischen Begleitreaktionen und aufrechterhaltenden Faktoren bis hin zu sozialen Folgeerscheinungen, die im multimodalen Therapiekonzept in die Behandlung mit ein bezogen werden.

Vor der Aufnahme zur tagesklinischen Behandlung erfolgt dementsprechend eine multidisziplinäre Untersuchung (Assessment) durch die verschiedenen behandelnden Fachgruppen (Arzt, psychologischer Psychotherapeut, Physiotherapeut). Die dabei aktuell erhobenen sowie die bereits im Vorfeld vorliegenden Befunde werden von allen beteiligten Untersuchern gemeinsam besprochen und ein individuell auf den Patienten abgestimmter Therapieplan erstellt:

Das intensive, multimodale Therapieprogramm besteht aus eng aufeinander abgestimmten, individuell kombinierten Therapiebausteinen: medizinische Begleitung, körperlich aktivierende Therapieverfahren, psychologisch-psychotherapeutische Therapiebestandteile und soziale Interventionen: 

  • Ärztliche und medikamentöse Begleitung durch regelmäßige ärztliche Sprechstunden
  • Ärztliche Information zu bestimmten Krankheitsbildern und Medikamenten
  • Intensive Physio-, Sport- und Bewegungstherapie, sowohl in der Gruppe als auch als Einzelbehandlung (2x wöchentlich)
  • Körperliche Aktivierung 
  • Training der Wahrnehmungsfähigkeit für körperlicher Signale und Vorgänge
  • Psychologische Schmerzbewältigung im Einzel- und Gruppensetting
  • Entspannungstraining (Progressive Entspannung, Autogenes Training)
  • Stressbewältigung
  • Ressourcenaktivierung

Die Behandlung findet im tagesklinischen Setting über vier Wochen statt, täglich, außer an Wochenenden und Feiertagen, in einem Zeitrahmen von 8.00 bis 16:00 und besteht aus individuell auf den Patienten zugeschnittenen Einzel- und Gruppentherapien, nach einem festen Stundenplan. Durch die Arbeit in festen Kleingruppen (max. 8 Personen) haben die Teilnehmer die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen. Das teilstationäre Setting ermöglicht, das Gelernte zeitnah im Alltag anzuwenden und mögliche Hindernisse bei der Umsetzung schnell und effektiv zu beseitigen.

Das Behandlungsteam setzt sich zusammen aus speziell für die Diagnostik und Behandlung von chronischen Schmerzen ausgebildeten Fachärzten der Schmerztherapie und Therapeuten aus den Bereichen psychologische Psychotherapie und Psychologie mit Schmerzkompetenz, Physiotherapie sowie algesiologisch geschultem Personal und medizintechnischer Assistenz.

Therapieziele:

  • Verbesserter Umgang mit dem Schmerz
  • Reduktion der schmerzbedingten Einschränkungen im Alltag 
  • Erlernen von nichtmedikamentösen Schmerzbewältigungsstrategien wie Entspannung, Ablenkung etc. 
  • Entwicklung eines biopsychosozialen Krankheitsverständnisses
  • Erkennen und Ausbau individueller Ressourcen und Stärken
  • Steigerung der Lebensqualität
  • körperliche und seelische (Re-)Aktivierung (Reduktion von Schonhaltung und sozialem Rückzug)
  • Förderung einer positiven Körperwahrnehmung, Herstellen einer besseren Balance von Anspannung und Entspannung sowie von Be- und Entlastung (Belastungsdosierung),
  • verbesserte Wahrnehmung von Leistungsgrenzen und dadurch Vermeidung von Überforderung 
  • Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit in den Bereichen Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer