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Beruf & Karriere

Ärzte-Infos

Vielen Dank, dass Sie sich für unseren Servicebereich Beruf & Karriere interessieren. An dieser Stelle haben wir Informationen für Ärzte aus dem Ausland zusammengestellt, die Ihnen den Weg zu uns vereinfachen sollen. Sie finden hier weitergehende Informationen und Direktlinks zu folgenden Themen:

  • Approbation / Berufserlaubnis nach § 10 Bundesärzteordnung (BÄO)
  • Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis
  • Krankenversicherung
  • Rentenversicherung
  • Lohnsteuer-ID
  • Bankverbindung
  • Anrechnung von ausländischen Vorzeiten

Approbation / (vorübergehende) Berufserlaubnis nach § 10 BÄO

Zur Ausübung des ärztlichen Berufes in Deutschland ist die Anerkennung Ihrer im Ausland erworbenen Berufsausbildung durch die Approbation oder die Berufserlaubnis nach § 10 BÄO erforderlich. Diese ist in Südbayern zentral bei der Regierung von Oberbayern zu beantragen. Das Antragsverfahren dauert ca. 2 Monate. Die Approbation gilt zeitlich unbefristet und deutschlandweit, die vorübergehende Erlaubnis zur Ausübung des ärztlichen Berufs gilt in der Regel für 2 Jahre und nur für den Freistaat Bayern. Ein weiterer Nachteil der vorübergehenden Berufserlaubnis ist, dass die damit gearbeitete Zeit nicht für die Facharztweiterbildung anerkannt wird. Aktuell erhalten nur Ärzte mit einem Medizinstudium innerhalb der Europäischen Union eine deutsche Approbation. Alle übrigen Approbationsanträge werden kostenpflichtig an externe Gutachter weitergeleitet.

Die Antragsformulare und ausführliche Informationen finden Sie unter:
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.regierung.oberbayern.bayern.de

Neben dem Antragsformular werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Erklärung, wonach zurzeit kein gerichtliches Strafverfahren oder staatsanwaltliches Ermittlungsverfahren gegen Sie anhängig ist (Vordruck im pdf-Paket)
  • Erklärung, wonach Sie nur bei der Regierung von Oberbayern die Approbation beantragt haben und auch künftig bei keiner anderen Behörde beantragen werden
  • Lückenloser Lebenslauf
  • Amtlich bzw. notariell beglaubigte Kopie Ihres Reisepasses oder Personalausweises. (Dies kann teilweise zu Problemen führen, weil Personenstandsmerkmale von vielen Institutionen nicht beglaubigt werden dürfen. Aus Kulanzgründen werden häufig einfache Bestätigungen dieser Institutionen anerkannt)
  • Geburtsurkunde (Hier gelten die gleichen Aussagen wie beim Reisepass)
  • ggf. Urkunde bezüglich der Namensänderung
  • Nachweis der Straffreiheit (Führungszeugnis, Strafregisterauszug…)
  • Ärztliches Attest, wonach keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass Sie in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des ärztlichen Berufs ungeeignet sind (Vordruck im pdf-Paket)
  • Einstellungszusage des künftigen Arbeitgebers bzw. entsprechende Erklärung
  • Nachweis über ausreichende deutsche Sprachkenntnisse. Die Sprachbarriere wurde zum 01.04.2017 nun auch in Bayern angehoben. Neben einem B2-Zertifikat wird nunmehr auch ein medizinischer Fachsprachentest auf C1-Niveau gefordert. Sofern Sie diesen noch nicht abgelegt haben, werden Sie im Rahmen des Approbationsantrages von der Bayer. Landesärztekammer hierzu "eingeladen". Die Kosten für den Test belaufen sich auf 400 €. Es ist damit zu rechnen, dass sich die Bearbeitungszeit der Anträge hierdurch massiv verlängert.
  • Nachweis über die abgeschlossene ärztliche Ausbildung (Diplom mit Notenanhang).
    Update: Ein Diplom in lateinischer Sprache wird akzeptiert, eine Übersetzung ist nicht erforderlich (Aussage der Regierung von Oberbayern, e-Mail vom 02.01.2014)
  • Wenn Sie bereits ärztlich tätig waren, wird zusätzlich ein “Certificate of good standing” dieses Landes benötigt. Es wird in der Regel von der jeweiligen Ärztekammer ausgestellt.

Dies war eine vereinfachte Aufstellung, die für die meisten Antragsteller ausreichend und weniger verwirrend als die vollständige Liste des Approbationsantrages selbst ist.

Arbeits- und Aufenthaltserlaubnis

Ärzte aus dem EU-Raum benötigen weder eine Arbeits- noch eine Aufenthaltserlaubnis. Dies gilt seit 01.01.2014 auch für Ärzte aus Rumänien und Bulgarien. Für alle übrigen gibt es mittlerweile ein vereinfachtes Verfahren, die sogenannte Blaue Karte EU. Hinweise über die Anspruchsvoraussetzungen und das Antragsverfahren finden Sie auf der eigenen Blue Card Webseite. Kurz zusammengefasst kann festgestellt werden, dass auch Ärzte aus dem Nicht-EU-Raum die Voraussetzungen für die Blaue Karte EU erfüllen, sofern Sie eine tarifkonforme Vergütung in einer ganztägigen Beschäftigung erhalten.

Krankenversicherung


Eine grundsätzliche Information zu den 2 unterschiedlichen Krankenversicherungssystemen (gesetzliche und private Krankenversicherung) finden Sie bei Wikipedia, wikipedia.org.

Bei einem Arbeitgeberwechsel oder bei einer Neuanmeldung haben Sie, sofern Sie die Versicherungspflichtgrenze aller Voraussicht nach überschreiten, die Wahlmöglichkeit zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Diese beträgt in 2016 nun 4.687,50 € monatlich bzw. 56.250 € jährlich.

Hier sei insbesondere die neutrale Verbraucherschutzorganisation Stiftung Warentest empfohlen, die unter www.test.de die Möglichkeit gibt, sich unverbindlich und kostengünstig über die Angebote zu informieren. Insbesondere finden Sie dort unter www.test.de zum Preis von 1 € eine sehr informative Gegenüberstellung der beiden Krankenversicherungssysteme. Sollten Sie sich für das gesetzliche Krankenversicherungssystem entschieden haben und vor der Wahl der Krankenkasse selbst stehen, finden Sie unter www.test.de für 3 € eine gute Hilfestellung. 

Rentenversicherung

Als Arzt aus einem EU-Land werden Sie Mitglied bei der Bayer. Ärztekammer und der Bayer. Ärzteversorgung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils 50 % des Rentenversicherungsbeitrages in die Bayer. Ärzteversorgung ein. Im Jahr 2015 beträgt der gesamte Rentenversicherungsbeitrag 18,7 % des sozialversicherungspflichtigen Einkommens, die Höchstgrenze liegt bei 6.200 € im Monat. Da prinzipiell alle Arbeitnehmer Mitglied bei der Deutschen Rentenversicherung werden, müssen alle Mitglieder einer Ständeversicherung (wie eben die Ärzte) von der Mitgliedschaft bei der Dt. Rentenversicherung befreit werden. Weitergehende Informationen zu diesem Thema finden Sie auf der Internetseite der Bayer. Ärzteversorgung, die Antragsformulare finden Sie hier.

Ihr Ansprechpartner der Ärztekammer ist der Ärztliche Kreisverband Passau, Leonhard-Paminger-Str. 1, 94032 Passau, Tel. 0851 35757, www.aekv-passau.de.

Lohnsteuer-ID

Sobald Sie sich bei der Meldebehörde der örtlichen Gemeinde mit einem Wohnsitz anmelden, erhalten Sie von den Finanzbehörden automatisch eine Lohnsteuer-ID zugesandt. Näheres dazu finden Sie auf den FAQ-Seiten des Bundeszentralamtes für Steuern.

Bankverbindung


Deutschland hat die SEPA-Umstellung erfolgreich absolviert. Mittlerweile ist es möglich, das Gehalt auch auf ein Konto im EU-Ausland zu überweisen. Es könnte allerdings bei der Barabhebung und der Beschaffung von Kontoauszügen noch zu empfindlichen Mehrkosten kommen. Momentan wird deshalb ein deutsches Bankkonto für viele Arbeitnehmer noch vorteilhafter sein. Detaillierte, neutrale Verbraucherinformationen bei der Wahl eines deutschen Kreditinstituts finden Sie (zum Preis von 1,50 €) wieder auf den Seiten von Stiftung Warentest.

Anrechnung von ausländischen Vorzeiten


Der Ärztetarifvertrag sieht grundsätzlich – insbesondere in Entgeltgruppe I – die Anrechnung von ausländischen Vorzeiten vor. Um Ungleichbehandlungen zu vermeiden und die Arbeitgeber von aufwändigen Prüfungen zu entlasten – haben die Tarifvertragsparteien die Prüfungspflicht auf Gleichwertigkeit der ausländischen Vorzeiten bei den jeweiligen Landesärztekammern angesiedelt – ohne diese zu fragen. Sie müssen also zur Erlangung der Bescheinigung über die Gleichwertigkeit Ihrer Vorzeiten einen Antrag bei der Bayer. Landesärztekammer stellen und dabei Ihre Zeugnisse sowie ggf. deren Übersetzungen im Original oder in beglaubigter Kopie beifügen. Ein Antragsformular erhalten Sie in der Personalabteilung. Ein Portal für weitere Fragen finden Sie auf der Seite der Bundesärztekammer.