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Wenn die Vene dicht macht

Experten informieren bei 8. Passauer Gefäßtag über Behandlungsmethoden venöser Erkrankungen

 

 

Beim Aktionstag (v.r.): Prof. Josef Tacke, Oberarzt Michael Kerezsy, AOK-Chef Günter Schober, Dr. Till Proschek, Schirmherrn Willi Schmöller und Dr. Robert Brandl. (Foto: Zanner/Klinikum Passau).

Von harmlosen Besenreißern bis hin zu lebensbedrohlichen Thrombosen: Das Spektrum von Venenerkranken ist breit und betrifft viele Menschen, denen schmerzhafte Beine, Krampfadern oder offene Beine das Leben schwer machen. Der „Passauer Gefäßtag“, den das Gefäßzentrum am Klinikum Passau zum achten Mal im Hörsaal veranstaltete, rückte diese Leiden deshalb in den Fokus.

Für die rund 100 Besucher hatten Prof. Josef Tacke, Chefarzt der Radiologie am Klinikum Passau, und Dr. Till Proschek, Leitender Arzt der Gefäßchirugie und Endovaskulären Chirurgie, eine gute Botschaft: „Venenerkrankungen sind gut behandelbar.“ Zum einen reichen in den meisten Fällen Medikamente. Zum anderen hat sich gerade auf dem Gebiet der Katheter-Verfahren in den vergangenen Jahren viel getan. Bei dieser mechanischen Methode ‑ „eine segensreiche Erfindung“, so Tacke ‑, ist nur ein kleiner Schnitt nötig, dann wird das verstopfende Blutgerinnsel mit Hilfe eines Katheters aus der erkrankten Vene geborgen. Diese schonendere Alternative erspart heutzutage vielen Patienten eine schwere OP mit möglicherweise hohem Blutverlust. Prof. Tacke verdeutlichte dies anhand zweier Beispiele aus der Praxis. So konnte einer 19-jährigen Patienten, deren gesamtes Bein durch eine Thrombose verschlossen war, geholfen werden. Ebenso einer 32-jährigen Mutter, die nach einer Zwillingsschwangerschaft eine starke Beinschwellung bekam. In diesem Fall war das Einbringen mehrerer Stents nötig, um die Engstellen dauerhaft frei zu halten. Vor allem junge Frauen sind häufig von Thrombosen betroffen und profitieren ganz besonders von einer solchen Behandlung, sagte Tacke.

Bei der Behandlung von Venenerkrankungen ist eine gute Bildgebung besonders wichtig. „Schwerpunkt bei der Diagnostik ist der Ultraschall“, erklärte Michael Kerezsy, Oberarzt in der Radiologie am Klinikum. Bei der sogenannten „Kompressions-Sonographie“ wird mit dem Schallkopf auf die betroffenen Venen gedrückt. Die „Duplex-Sonographie“ stellt den Blutfluss in den Venen farbig dar und liefert noch genauere Informationen. Reicht der Ultraschall nicht aus, ist eine Untersuchung in der Magnet-Resonanz-Röhre oder eine Computertomografie nötig. Laut Kereszy kommt dies jedoch nur selten vor, etwa bei ausgedehnten Beckenvenenthrombosen.

Dr. Till Proschek erklärte den Zuhörern, welche Rolle die Venen im Blutkreislauf spielen: „Sie transportieren das Blut zum Herzen zurück, etwa 7000 Liter am Tag.“ Eine übermäßige Blutgerinnung, Schäden an der Gefäßwand oder ein zu langsamer Fluss können jedoch zu einem Blutgerinnsel (Thrombose) führen. Besonders gefährlich sind diese Gerinnsel im Bein und im Becken, erklärte Proschek. Wandern diese Richtung Herz und verstopfen die Lungengefäße, kann das tödlich enden. „Eine Lungenembolie ist die größte Gefahr“, so Proschek. Bei massiven Ausprägungen von Thrombosen im Bein ist eine OP deshalb manchmal unumgänglich. Ein weiteres Problem sind auch die Langzeitschäden durch das „Postthrombotische Syndrom“, dass zu dauerhafter Beinschwellung, offenen Beinen und Schmerzen beim Gehen führen kann. Auch hier wurden operative und Katheter-Methoden zur Behandlung dargestellt.

Über die Behandlung von Krampfadern referierte Dr. Robert Brandl (Gemeinschaftspraxis Handchirurgie – Gefäßchirurgie, Passau). Auch im ambulanten Bereich sind Katheter-Behandlungen immer mehr auf dem Vormarsch: Sie sind schmerzarm, ziehen kaum Infektionen und Blutergüsse nach sich und sind nur mit örtlicher Betäubung statt Narkose möglich, nannte Brandl die Vorteile und stellte eine neue Methode vor: Durch Laserstrahlen oder Radiowellen können Krampfadern so stark erhitzt werden, dass sie sich verschließen. Auch das funktioniert mit einem Katheter, der in die betroffene Vene geschoben wird. Für die Patienten ist dieser Eingriff weitaus angenehmer als das „Venen-Stripping“: Dabei werden die Krampfadern mittels mehrerer Hautschnitte herausgezogen.

Laut Günter Schober, Direktor der AOK Passau, leidet in Deutschland jede fünfte Frau und jeder sechste Mann an einer chronischen Venenerkrankung. „Am Klinikum Passau sind die Patienten aber in den besten Händen.“ Dies unterstrich auch der Schirmherr der Veranstaltung, Alt-OB Willi Schmöller, der die hohe medizinische Kompetenz des Gefäßzentrums hervorhob. Nach den Vorträgen standen die Ärzte den Besuchern für persönliche Fragen zur Verfügung. Zudem konnten sich die Gäste bei den Kooperationspartnern der Veranstalter über gesunde Ernährung und Fitness informieren. ez

 



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