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Vernissage am Klinikum bis 22.10.2012 verlängert
Andrea Krallinger porträtiert chronisch Kranke
Von CHRISTOPH EBERLE
Ein außergewöhnliches Fotoprojekt hat Andrea Krallinger (23) aus Passau kürzlich gestartet: Die chronisch kranke Studentin will bis Oktober Leidensgenossen porträtieren − und zwar so, dass sie möglichst schön zur Geltung kommen.
„Seit meinem 13. Lebensjahr leide ich selbst an Epilepsie“, erzählt Andrea Krallinger. Ab dem Jahr 2009 diagnostizierten die Ärzte bei der jungen Frau zusätzlich die Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten Zöliakie (v.a. Getreideprodukte) und Histaminose (lang gelagerte und gereifte Lebensmittel) sowie eine Schilddrüsen-Unterfunktion. Parallel wurden auch die epileptischen Anfälle in den letzten Jahren wieder schlimmer. „Vor etwa einem Jahr waren die Schmerzen und Krampfanfälle so stark, dass ich fast nur noch im Bett liegen konnte und an der Uni pausieren musste“, sagt die angehende Grundschullehrerin. Als sie wieder auf dem Weg der Besserung war, fand sie umso mehr Kraft und Energie in ihrem Hobby, der Fotografie.
Dabei kam die 23-Jährige auf die Idee für ihr Kunstprojekt: „Es gibt zu viele Leute, die große Selbstzweifel haben − vor allem wenn sie nicht gesund sind. Dabei hat man auch als Kranker das Recht, schön zu sein“, erklärt die Studentin. Mit ihren Porträts möchte sie zum einen chronisch kranken Mitmenschen eine Freude machen. Zum anderen will sie sich selbst von ihren schweren Leiden ablenken. „Wenn ich mit der Kamera arbeite, ist das wie eine Therapie für mich“, sagt die junge Frau.
Im Oktober möchte Andrea Krallinger die Ergebnisse ihres Fotoprojekts im Passauer Klinikum ausstellen. Den passenden Titel hat sie schon jetzt gefunden: Ganz schön krank!
Interessierte Models können sich unter
andrea.krallinger(at)gmail.com melden.
Bericht der Zeitung Am Sonntag >>>


